Der Transformations-Blueprint

 

 

 

Wir nehmen es aktuell überall im Kontext mit Unternehmen wahr: Das Bedürfnis, endlich agiler und/oder innovativer zu werden. „Unternehmen XY macht es schon, wir brauchen das auch“. Schnell wird dann die Forderung nach einer Standardvorgehensweise laut, nach einem allgemeingütigen „Transformation Blueprint“. Was bei Unternehmen XY geklappt hat, kann doch exakt so auch bei uns umgesetzt werden.

 

 

 

Doch meist verstehen diejenigen, die auf einmal unter Druck geraten sind und die neuen Arbeitsweisen auf breiter Ebene ausrollen wollen, noch nicht mal genau was im Konkreten dahintersteckt. Vorschnell wird dann die vermeintliche Lösung präsentiert: Ein Training oder ein Coach soll es richten, nach der Formel maximaler Input in minimaler Zeit. Prompt wird jemand für den gewünschten Ansatz über die entsprechenden Buzzwords gefunden und beauftragt. Schon ist ein Termin vereinbart, das eintägige Training mit der Mannschaft durchgeführt - und mit der Verabschiedung des Coaches verabschieden sich die neuen Ansätze gleich wieder mit aus dem Unternehmen.

 

Will man ein Unternehmen auf die Zukunft vorbereiten, macht es zunächst Sinn sich damit auseinanderzusetzen, welcher der neuen Ansätze geeignet ist. Nur weil Ansatz X oder Methode Y aktuell durch die Presse getrieben wird, stellt dies noch keine Erfolgsgarantie für das eigene Unternehmen dar.

 

Des Weiteren stellt sich die Frage, ob das gesamte Unternehmen mit ein und derselben Methode gleichgeschaltet werden soll. Die gesamte Organisation – das Unternehmen, jede Abteilung, jedes Team, jeder Mitarbeiter muss bei einer zielführenden Veränderung individuell betrachtet werden. Oft waren die Trainer und Coaches schon vor Ort, wenn wir mit Unternehmen ins Gespräch kommen. Dann heißt es voreilig: „Agil? - hatten wir schon, das funktioniert bei uns nicht.“ Wen wundert es, wenn die Ansage aus der Chefetage „wir müssen agiler / innovativer werden“ meist in der Pflichtteilnahme in einem Standardtraining mündet, welches kaum eine nachhaltige Verankerung in der Unternehmenskultur schafft?

 

Die ideale Herangehensweise ist, wie schon aus verschiedenen Innovationsansätzen bekannt, aus Nutzersicht vorzugehen. Dabei dürfen keinesfalls die Mitarbeiter vernachlässigt werden, denn sie müssen mit den neuen Prozessen oder Arbeitsweisen zurechtkommen. Deshalb sollte das Management die Mitarbeiterteams dabei unterstützen, in der Transformation neue Arbeitsweisen entsprechend ihres Bedarfs mitzugestalten. Nur so können Neuerungen auf breiter Basis überzeugen und die langfristige Verankerung in die Unternehmenskultur gelingen. 

 

Die gute Nachricht: Die Transformation gelingt dann, wenn man die Unternehmensorganisation entsprechend ihrer Bedürfnisse und ihrer Teilsysteme betrachtet. Die Organisation hat in ihren Einzelsystemen jeweils eine eigene Veränderung vor sich, die es gilt zu verstehen, vorzubereiten und entstehen zu lassen.

 

Die schlechte Nachricht: Den allgemeingültigen „Transformation Blueprint“ im Sinne von „Copy-Paste“ adaptierbar auf alle Unternehmen gibt es (glücklicherweise) nicht.

 

Text by Michael; Photo by rawpixel on pixabay

 

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